Archive for Juni, 2013


Materialkosten: ca 48€

1 qm Leder = 26€

6 Hornknebel = 3€

Ledergarn und Nähkram anteilig = 3€

Birkenstock Sandalen = 5€ (nur die Sohle!)

Textilkleber = 8€

Kraftkleber (anteilig) = 3€

4mm dickes Rüstleder = 0€, weil Restekiste

 

Anleitung:

1) Die Fuß Sohle:

Am besten Rindsleder 4mm nehmen. Aufs Leder stellen und seine Füße abzeichnen als Umriss. Dann Ausschneiden.

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2)Stiefelschaft:

Hier einfach das weiche Leder, hier Büffelleder, Ziegenleder wird ebenfalls gerne genommen, als Schnittmuster einfach ein Quadrat ans Bein halten und es passend schneiden.

Die Höhe entscheidet die Höhe des Stiefels, die Breite sollte so genormt sein, dass ihr später 2cm überlappenden Nahtrand (oder mehr) habt. Weil dies ein Handwerk ist,

solltet ihr lieber zu Großzügig sein beim schneiden als zu knapp, denn was weg ist, kann nur schwer nachgeholt werden.

Schneidet ein V-Loch für eure Füße rein und legt einen Lappen Leder auf den Rest eures Fußes abseits der Hacke und schneidet wie schon beim Bein maßvoll.

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3)Schaftteile verbinden:

Jetzt die Teile miteinander vernähen im Sattler Stich (mit Ahle vorstechen und mit 2 Nadeln über Kreuz an einem Faden nähen)oder dem sogenannten falschen Sattlerstich (eine Nadel, aber an der Unterseite den Stich statt zum nächsten Loch wieder zurück nähen). Ihr seht dann auf Vorder und Rückseite eurer Naht eine geschlossene Linie.

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4)Fußsohle bearbeiten:

Mit dem Nahtrad (gibts für wenig Geld beim Stoffhandel oder auch in der gut sortierten Nähecke im Supermarkt) wird die Nahtlinie auf dem Rindsleder markiert.

Mit dem Kantenentschärfer wird die Kante abgehobelt. Mit der Ahle wird das Leder vorgestochen, gelöchert.

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5) Sohle:

Der Grund für mich selber zu nähen war einfach – es gibt keine Schuhgröße 49 Stiefel zu kaufen.

Also nehmen wir die Birkenstock Sandalen, sehr groß und befreien die eigentliche Sohle.

Nach der Befreiung begraden wir mit dem Cuttermesser die Sandale.

Damit haben wir eine geeignete Auflage (vergrößert durchs Cutten) und Klebefläche für später.

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6) Innensohle trifft Stiefelschaft:

Die Ledersohle wird nun mit dem weichen Leder vernäht.

Am besten vorher einmal feststecken und testen, ob es kleiner oder größer muss. Plant ein, ob ihr im Winter dicken Socken tragen wollt, oder nicht.

Auch hier mit gewachstem Ledergarn (gibts günstiger bei Ebay in 500 Meter Rollen) im Sattler Stich vernähen.

Raue Lederseite nach Innen, weil die Verklebung später besser an der halten wird. Auf die Innenseite kommt später am besten noch eine Schuheinlage nach Wunsch.

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7) Stiefelschaft zunähen und Auflagefläche prüfen:

Der Stiefelschaft wird jetzt, nach weiterer Anprobe auf der Hackenseite vernäht. Auf die Hackeninnenseite kann ein Rindslederquadrat eingearbeitet werden als unsichtbarer Hackenschutz.

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8) Stiefel Verschlüsse (Knebel):

Um die Stiefelseite zu schließen, könnt ihr entweder einen versteckten Reißverschluss einnähen, oder wie ich,

nahezu historisch Hornknebel und Lederlaschen verwenden.

Hier habe ich zwei Lagen Leder miteinander vernäht und ein Loch für den Hornknebel eingefügt und wegen der Zugkräfte verstärkt.

Prüft, auf welchen Höhen ihr diese anbringen wollt und wie viele.

In meiner Version habe ich noch lange doppelt vernähte Lederstreifen als Riemen für die optische Umrahmung des Stiefels genäht.

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9) Nahtdichter:

Vor dem neuen vernähen, habe ich den Wendestiefel von innen nach außen gekehrt und mit viel Textilkleber

auf der Innenseite alle Nahtstellen abgegangen und habe den Kleber vorsichtig mit Pinsel rein gerieben.

Es gibt sehr viele Nähte. Keiner darf vergessen werden. Besonders der Übergang von Stiefelschaft zu Fuß ist wichtig.

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10) Knebelschließen vernähen:

Erst mit der Silbermine markieren (kann man mit Wasser wegwischen), dann alle Riemen und Verschlüsse festnähen

mit dem gewachsten, guten Ledergarn, wie alles bisher auch. Es lohnt sich gleich große Mengen vorrätig zu haben.

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Die Anleitung geht bald mit Teil 2 weiter.

Niedersachen ist echt toll, wenn nicht gerade versucht unter Wasser zu stehen.

Drei von Vier Ortszugängen waren bis vor kurzem unter Wasser (bis zu anderthalb Meter teils hoch).

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Das war gleich nach dem Ortsschild. Der zugängliche Teil war eine Autospur.

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Schnappschuss am Rand der Wiese, wo die Bäume tief unter Wasser ihre Wurzeln haben wir unsere Fahrbahn

auf einer Erderhöhung liegt.

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Ja, da wo das Wasser fließt, liegt unser Fahrrad Weg (Unterführung unter einem Kanal).

Zum Glück geht das Wasser die letzten Tage deutlich zurück.

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Magier Robe

Materialkosten: ca 11 €

3x Fleece Decken für je 3€

1x Stoffreste Braun (anteilig) 1€

1x Nähkram Verschleiß ca 1€

 

Anleitung:

Besonderheit zur normalen Robe: Vergleich

Eine normale Robe wird aus nur 2 Teilen plus Ärmel zusammen gefügt.

Diese Robe wurde pro Vorder- und Rückenteil eine Vielzahl an Einzelteilen zusammengefügt.

1) Schnittmuster:

Ich habe eine alte Robe nach Standard Muster ( Quasi ein T-Shirt mit Rock als Verlängerung falls ihr keine habt) auf den Boden gelegt und dann angefangen Teil Elemente vor dem innerem Auge zusammen zu setzen.

Eigentlich füllt ihr bloß möglichst symetrisch die Standard Fläche mit verschniedenen, hier mittig gespiegelten Einzelstücken.

Damit die Nahtstellen anders als Normal sind, habe ich die Kanten der Elemente zusammen gelegt und an den Enden gerollt,

damit jede einzelne Nahtlinie wie eine Wulst aussieht.

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2) Rückseite ausfüllen:

V-Förmig mit Spitze nach unten verlaufend sollte hier bei der Rückseite das zentrale Muster werden.

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3) Vorderseite:

Anderes Muster als Hinten. Wieder mit mittiger Leitlinie und gespiegelten Mustern.

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4) Vorder- und Rückseite verbinden:

Beide Teile werden nun verbunden, dieses mal mit Wulst nach Innen. Aussparung der Ärmel nicht vergessen frei zu lassen.

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5) Ärmel:

Als Grundmuster habe ich einen Pullover Ärmel genommen, ihn um ein paar Zentimeter bis kurz über die Fingerspitzen verlängert.

Danach habe vom Ellenbogen zur Hand laufend die Ärmel größer werden lassen, damit es ein Magier und keine Schlauch Ärmel wird.

Das Schnittmuster wurde dann aus verschiedenen Stücken zusammen gesetzt wie Vorderseite und Rückseite schon.

Ärmel mit Wulst nach Innen an die Robe genäht.

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6) Randumschläge:

Um die Ärmelenden und Bodenenden, als auch den Halsausschnitt kommen brauner Stoff, damit die Ränder optisch abgegrenzte werden.

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Fertig!

 

 

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Schlauchgugel als Wendegugel in Braun und Rot mit naturfarbenen gewachstem Ledergarn handgenäht.

Gut und günstig.

Materialkosten ca 8 Euro:

1x Fleece Decke Rot für 3€

1x Stoffrestekiste Brauner Stoff für 4€

1x Nähverschleiß für 1€

Arbeitszeit ca

 

Anleitung:

1) Schnittmuster:

Die Grundlage bilden zwei Teile in Grundform einer Gugel bis zum Halsbereich. Statt zweit Teile zu nehmen wie ich, ist es auch möglich, einen Kreis in entsprechender Größe zu schneiden und dann in der Mutt ein kreisrundes Loch für den Kopf einzuschneiden, einen V-förmigen Ausschnitt Keil ist dann auszuschneiden, damit das Gebilde richtig auf den Schultern liegt.

Hier: 2 Teile Rot, 2 Teile Braun – Halsausschnitt wird nach eigenem Hals nachgemessen und eingeschnitten, nachdem der Grundschnitt erfolgt ist.

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2) Vorder und Rückseite verbinden:

Am am Rand, erst mit Nadeln befestigt, dann von Hand mit Randumschlag vernäht. Nur die Unterseiten, dann ein Verbinden der 2 Schnittmusterteile an dem V-Schnittkeil.

Ich bin etwas größer und habe ein kleineres zweites V hinzugefügt, damit die Gugel besser fällt. Einfach Probe anlegen bei sich selbst mit Nadeln hilft, den richtigen V-Keil für die eigene

Statur zu finden.

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3) Schlauch:

Eigentlich ist der Schlauch nur ein langes Rechteck, auch hier mit 2 Farben genäht. Je nachdem, wie groß ihr den Halsausschnitt gemacht habt,

dest größer und weiter abstehend vom Hals wird der obere Teil der Gugel. Hier ist für den Charakter der Halsausschnitt groß gemacht und damit der

Halsausschnitt ziemlich lang und der Schlach entsprechend breit. Mit Nadeln werden die Schlachtteile angesteckt und vernäht.

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4) Stabilisator:

Da der Kragen recht hoch ist, bei mir bis zur Nase, aus dem Grund habe ich beim verbinden der beiden Schlauchteile in der Zwischenschicht Draht mit Gummiisolierung eingenäht.

Damit wird der Kragen hoch gehalten und kann in Stellungen gebogen werden.

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5) Fertig:

Probeweise angezogen. Hier ein Ausschnitt. Seite Braun ist ebenfalls tragbar für andere Charaktere.

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